Historische Forschung & Archivrecherche

  • Zweiter Weltkrieg

    Der Zweite Weltkrieg ist noch lange nicht auserforscht – besonders auf dem individuellen Level. Die Suche nach Personalunterlagen von Kriegsteilnehmern aus Wehrmacht und Waffen-SS fördert immer wieder neue Erkenntnisse zu Tage.

    Zentrale Personenkartei der ehemaligen Wehrmachtauskunftsstelle (WASt)

    Dieser Bestand ist der wichtigste für die Rekonstruktion militärischer „Lebensläufe“. Im heutigen Bundesarchiv Berlin-Tegel finden sich biographische und militärische Basisdaten und Informationen zu Kriegsschicksalen. Dazu gehören Einheitszugehörigkeit, Dienstrang, Verwundungen und Lazarettaufenthalte, Informationen zur Kriegsgefangenschaft sowie Todes- und Begräbnisorte. Die Schriftwechsel der WASt mit Ämtern, Behörden und Angehörigen können zudem wertvolle Einblicke in die Nachkriegszeit geben. Insgesamt existieren etwa 18 Millionen Karteikarten.

    Zentrale Personenkartei der ehemaligen Wehrmachtauskunftsstelle (WASt).
    Z-Karte des Grenadiers Richard Pollak der ehemaligen WASt (BArch B 563-1 KARTEI/1090/425).

    Weitere wichtige Quellen

    Verleihungsunterlagen (Orden und Ehrenzeichen), Lazarett- und Verlustunterlagen und Akten zu Kriegsgefangenschaften und zur Wehrmachtsgerichtsbarkeit sind wichtige Quellen zu Personal von Wehrmacht und Waffen-SS. Bestände zur Kriegsgefangenschaft können vollständige Personalakten mit Fotos enthalten. Für einige Kriegsteilnehmer existieren zudem persönliche Dokumente wie Wehrstamm- oder Soldbücher.

    Kriegsmarine und Luftwaffe

    Vor allem zu Angehörigen der Kriegsmarine und der Luftwaffe lassen sich oft vollständige Personalakten mit Lebensläufen, Fotos, Fragebögen, Stellungnahmen von Vorgesetzten und Informationen zu Angehörigen ermitteln. Bei Piloten sind in vielen Fällen auch die Flug-Tauglichkeitszeugnisse überliefert, die wertvolle Informationen enthalten.

    Flugtauglichkeitszeugnis von 1939
    Ärztliches Zeugnis über die Flugtauglichkeit des Funkers Helmut Hofmann vom 28.11.1939 (BArch B 578/270959).

    Identifizierung von Erkennungsmarken

    Für viele Wehrmachtseinheiten sind Erkennungsmarken-Verzeichnisse überliefert, die bei der Identifizierung von Erkennungsmarken herangezogen werden können. Eine wichtige Hilfe bei der Identifizierung und Erforschung unbekannter Kriegstoter und der Rekonstruktion spezifischer Einheitszugehörigkeiten.

    Liste mit Erkennungsmarken von 1942
    Auszug aus dem Erkennungsmarken-Verzeichnis der 1. Kompanie der Veterinär-Ersatz-Abteilung 18 vom 10.8.1942 (BArch B 563/18813, Bl. 163).

    Militärische Unterlagen der SS


    Durch die Ausbombung des Heeresarchivs, ist die Überlieferung von Erkennungsmarken- und Verlustunterlagen für die Waffen-SS leider nur fragmentarisch. Ergänzende Recherchen in den NS-Beständen (siehe Nationalsozialismus) sind hier besonders hilfreich, da etwa SA-, SS- oder NSDAP-Personalakten häufig Hinweise auf Militärverhältnisse z.B. vollständige Wehrstammbücher enthalten können.

    Bei Interesse freue ich mich über eine Nachricht.